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Wolkendecke

Die 133 unterschiedlich großen, runden, unterseitig mit einer mikroperforierten Akustikfolie bespannten Einzelleuchten der Lichtdecke schweben wie eine Wolke über dem Foyer. Sie sind so unter die Decke und zwischen die Technikinstallationen gehängt, dass sie die hohe Installationsdichte überspielen und gleichzeitig immer eine maximale Raumhöhe erzielt wird. Durch die freie Anordnung entsteht eine unverwechselbare Raumwirkung, die den Haupteingang betont und der Bibliothek ein starkes Zeichen verleiht.

 

Lichtring

Die charakteristische Kassettendecke über dem neu eingefügten, kommunikativen „Mediendeck“ wird durch eine weitere Lichtvariante betont und mit dieser zu einem markanten Raum zusammengeführt. Auch hier wurden Licht und Akustik kombiniert. Unter den in die Kassetten eingehängten Absorbersegeln schwebt, wie ein UFO, ein filigraner, freistrahlender Lichtring, der die gestaltprägende Deckenkonstruktion aus Betonfertigteilen spektakulär inszeniert.

 

Lichtwand

Für die 50 Meter lange Lichtwand wird erstmalig ein standardisiertes, LED-hinterleuchtetes Leuchtkastenelement zu einem hochabsorbierenden Bauteil weiterentwickelt, welches für erstklassige akustische Werte in diesem hochfrequentierten Bereich der Bibliothek sorgt.

Das Licht, das sanft durch den Stoff scheint und dessen weiche Materialität sorgen für eine Atmosphäre, die im Kontext der eher groben Ästhetik des Bestandsgebäudes etwas völlig Neues und Besonderes ist.

Das auf dem Stoff der Lichtwand aufgebrachte Motiv stellt die Sternenwolke der Milchstraße dar, aufgelöst in der Schrifttype namens „Kepler“. Eine Analogie zur Unendlichkeit des Weltalls und des Geistes. Eine Referenz gleichermaßen an die Geistes- wie die Naturwissenschaft und ein ironischer Fingerzeig an die Technikeuphorie der Sechziger Jahre, in der die Milchstraße schon fast erreichbar schien ...

 

Sonderleuchtenentwicklung für die PAUSA Tonnenhalle in Mössingen

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„Licht ist der für das menschliche Auge sichtbare Teil der elektromagnetischen Strahlung. Im elektromagnetischen Spektrum umfasst der Bereich des Lichts Wellenlängen von etwa 380 nm bis 780 nm. Dies entspricht Frequenzen von etwa 789 THz bis 384 THz.“

aus Wikipedia

 

Soweit die physikalische Definition. Vieles, was bereits im Abschnitt über die Farbe gesagt wurde, gilt auch für das Licht, da die Phänomene sich gegenseitig bedingen.

Die auf Galilei zurückgehende naturwissenschaftliche Betrachtungsweise der Umwelt wurde zur Wahrheit und Wissenschaftlichkeit erhoben und zur Grundlage der Wissenschaftsmethodik gemacht.

Sinneseindrücke des Menschen dagegen wurden als nicht objektiv gesehen (s. Goethe vs. Newton). Die wichtigen kulturellen Aspekte des Lichts werden in Vorschriften und Normen für gutes Licht nicht erfasst.

Licht besitzt in der Geisteswissenschaft eine starke Symbolkraft, es steht für Erkenntnis und Wahrheit. Die Beschränkung auf das Materialistische der Welt, die der Betrachtungsweise Galileis entspricht, hat die Einheit von Natur- und Geisteswissenschaften, wie sie bis dahin zweifellos galt, entzweit. Erst in jüngster Zeit sind Tendenzen festzustellen, dass sich Natur- und Geisteswissenschaft wieder annähern. Dies zeigt sich beispielsweise in der Quantenphysik oder auch in den Gründungsgedanken der Reformuniversität; heute könnte man provozierend sagen, dass das Primat der Zahlen, respektive des Wachstums und der Wirtschaftlichkeit, die Autorität der (Natur-)Wissenschaft ablöst, dem sich sehr vieles unterzuordnen hat.

 

Foto Credits: Inka Reiter; Wolfram Janzer; Eduardo Perez; MB Frank